Terpene, Terpenoide & Flavonoide

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Titelbild: Seksak Kerdkanno auf Pixabay

Terpene, Terpenoide und Flavonoide sind natürlich vorkommende pflanzliche Stoffe. Die Pflanzenstoffe sind für die Farbgebung, den Geruch, die Wirkung und den Geschmack verantwortlich. Seit Jahrtausenden werden diese Pflanzenstoffe in der Aromatherapie angewendet. Außerdem dienen diese sekundäre Pflanzenstoffe zum Schutz der Pflanze vor schädlichen Umwelteinflüssen.

Was sind Terpene und Terpenoide?

Terpene sind natürlich vorkommende organische Verbindungen bzw. eine Gruppierung chemischer Verbindungen, die im Organismus natürlich vorkommen. Terpene sind einfache Kohlenwasserstoffe und sind meistens pflanzlichen Ursprungs. Sie sind für den Duft und den Geschmack der Pflanze verantwortlich. Interessant ist, dass Terpenen eine antimikrobielle Eigenschaft nachgesagt wird, das würde bedeuten, dass Infektionen oder auch das Wachstum von Mikroorganismen gehemmt bzw. verhindert werden können. Terpene sind besonders gut in Fetten löslich und in Wasser hingegen eher schwer. Natürliche Terpene werden aus vielen Gewächsen gewonnen, um Extrakte und ätherische Öle herzustellen. Terpenoide bestehen aus zusätzlichen funktionellen Gruppen und können die Moleküle wie Sauerstoff, Phosphor und verschiedene andere Atome beinhalten, während es sich bei Terpenen um reine Kohlenwasserstoffe handelt. Terpenoide sollen antibakteriell, antineoplastisch, antiviral und effektiv gegen Viren verschiedener Art wirken können. Sie sind für den Geruch von Zimt, Ingwer, Nelke und Eukalyptus bekannt und auch für die Färbung von Sonnenblumen oder Tomaten verantwortlich. Terpene und Terpenoide sind eine Untergruppe der Isoprenoide. Beide Verbindungen unterteilen sich weiter in Monoterpene / Monoterpenoide, Sesquiterpene/Sesquiterpenoide und in viele weitere. Es sind mittlerweile über 100 verschiedene Terpene und Terpenoide in der Hanfpflanze identifiziert worden.

Mögliche therapeutische Wirkung von Terpenen

Hier ein Überblick über die wichtigsten Terpene und Terpenoide in der Cannabispflanze, sowie der zugeschriebene therapeutische/medizinische Nutzen. 

Caryophyllen

Caryophyllen gehört zu den Sesquiterpenen, das Aroma ist würzig, pfeffrig und holzig. Auch enthalten in schwarzem Pfeffer, Rosmarin, Lavendel, Oregano, Nelken und Hopfen. Das Sesquiterpen aktiviert die CB2 Rezeptoren im Endocannabinoid-System und kann entzündungshemmend sowie einen Schmerz–reduzierenden Effekt haben.

Eukalyptol 

Eukalyptol - auch als Cineol bekannt - ist ein Monoterpen aus der Gruppe der Isoprenoide. Neben Cannabis ist es auch in Eukalyptus, Teebaum, Salbei, Lorbeer und Basilikum enthalten. Das aromatisch minzige Terpen ist bekannt für die antibakteriellen, antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften. In der Medizin wird es für Hustenmittel und zur Behandlung von Bronchitis und bei Nebenhöhlenentzündung eingesetzt. 

Limonen

Limonen ein Monoterpen. Kommt in Zitrusfrüchten(Orangen, Zitronen und Limetten), Wacholder, Minze und in Cannabis vor. Bekannt für das starke Zitrus- und Orangenaroma. Die Eigenschaften des Terpens sollen angstlösend, antidepressiv, immunstimulierend, antibakteriell und antikarzinogen sein.

Linalool

Linalool gehört zu den Monoterpenoiden und befindet sich nicht nur im Cannabis sondern auch in Lavendel, Minze, Rosenholz, Birke und Lorbeeren. Es hat ein
süßlich blumiges Aroma. Linalool soll eine angstlösende, schmerzlindernde, antipsychotische und krampflösende Wirkung haben.

Myrcen

Myrcen ist ein Monoterpen und das am häufigsten vorkommende Terpen in Cannabis. Das Aroma wird meist als erdig oder krautig bezeichnet, kann aber auch in die fruchtige Note gehen. Das Terpen ist ebenfalls in Hopfen, Mango, Zitronengras, Thymian, Cardamom, Lorbeerblättern enthalten. Myrcen soll eine antimikrobielle und antiseptische Wirkung haben.

Pinene

Pinene sind Monoterpene-Kohlenwasserstoffe, häufig vorkommend in Salbei und Kiefern. Das Aroma geht somit stark in Richtung Kiefer. Es soll antibakteriell, antiseptisch, entzündungshemmend und Gedächtnis unterstützend wirken.

Was sind Flavonoide?

Flavonoide gehören zu der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und sind die am häufigsten auftauchenden aromatischen Verbindungen (Polyphenole). Aktuell sind ungefähr 8000 Flavonoide bekannt, viele davon sind jedoch noch längst nicht ausreichend erforscht. Die Flavonoide wurden erst in den 1930er- Jahren entdeckt und als Vitamin P bezeichnet. Flavonoide sind für die Farbgebung verantwortlich und dienen der Pflanze zum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen, wie zum Beispiel der UV-Strahlung. Früher wurden sie zum Einfärben von Textilien verwendet. Sie werden vor allem über den Verzehr von Obst und Gemüse aufgenommen. Flavonoide sind in vielen Heilkräuter und Pflanzen vorhanden, so auch in der Cannabispflanze.

Mögliche therapeutische Wirkung von Flavonoiden

Flavonoiden wird nachgesagt einen positiven Effekt auf den menschlichen Organismus zu haben und bei zahlreichen Erkrankungen unterstützend zu wirken. Sie sollen beim menschlichen Immunsystem, Herz-Kreislaufsystem, Magen, Darm und Leber, unterstützend wirken. Daraus lassen sich die folgenden medizinischen Eigenschaften von Flavonoiden ableiten:

  • Antioxidativ
  • Durchblutungsfördernd
  • Entzündungshemmend
  • Krampflösend

Aufgrund dessen es sich bei Flavonoiden um sogenannte Antioxidantien handelt, und diese in der Lage sind, Sauerstoffverbindungen im Körper unschädlich zu machen, wird Ihnen teilweise sogar nachgesagt eine krebsvorbeugende Wirkung zu haben.

Flavonoide und Terpene in der Hanfpflanze

Wie bei zahlreichen anderen Pflanzen, enthalten Hanfpflanzen auch Flavonoide und Terpene. Sie sind für den Geruch, die Farbgebung und den Geschmack verantwortlich. Flavonoide sind für die zahlreichen Farbabstufungen bei den Blüten der Cannabissorten verantwortlich und unterscheiden sich durch grüne, gelbe, rote, violette oder blaue Nuancen voneinander. Welche Flavonoide und Terpene die Cannabispflanze bildet ist von der Genetik bzw. Sorte und den Wachstumsbedingungen abhängig. Jede Cannabissorte besitzt eine einzigartige Zusammensetzung von chemischen Verbindungen. Bisher ist jedoch noch nicht gänzlich erforscht, welche Flavonoide in der Cannabispflanze enthalten sind und wissen aktuell noch sehr wenig in dem Bereich. Einige bekannte Flavonoide sind folgende:

  • Apigenin
  • Cannaflavine A, B und C
  • Isovitexin
  • Kaempferol
  • Luteolin
  • Orientin
  • Quercetin
  • β-Sitosterin
  • Vitexin

Cannaflavine A, B und C

Diese Flavonoide sind ausschließlich in der Cannabispflanze zu finden. Allerdings nur in sehr kleinen Konzentrationen enthalten. Das Cannaflavine A soll laut einer Studie 30x stärker als Aspirin sein, was die entzündungshemmende Wirkung betrifft.

Fazit: Entourage-Effekt

Nicht nur die Cannabinoide in der Hanfpflanze sind entscheidende Inhaltsstoffe, sondern genauso wichtig sind die zahlreichen Terpene und Flavonoide im Cannabis. Das Zusammenspiel und die gegenseitige Unterstützung aller Inhaltsstoffe (Full Spectrum bzw. Vollspektrum), der Cannabispflanze wird als Entourage-Effekt bezeichnet und soll einen höheren Effekt auf das Endocannabinoidsystem ausüben.

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